Themen im Jahresbericht 2025:
Vorwort I Leitartikel I Jugendwohnbegleitung I 50. Jubiläum I Kinder forschen I St. Barbara I Spendenrückblick I Zahlenteil
Jahresbericht 2025
Dr. Andreas Schubert, Vorstand des Caritasverbandes Hannover e. V.Foto: Andrea Seifert
Finanzielle Sorgen, Einsamkeit oder Wohnungsnot können Menschen an ihre Grenzen bringen. Wenn dann noch jeder Bildschirm furchtbare Nachrichten und internationale Krisen in Dauerschleife zeigt, ist diese Grenze schnell erreicht. Das sehen wir an den Statistiken, aber auch in den Einrichtungen der Caritas Hannover. Denn wo Therapieplätze Mangelware sind, suchen Betroffene vermehrt Unterstützung in unseren Beratungsstellen. Das Jahr 2025 hat uns nochmal deutlich gemacht: Psychische und soziale Not lassen sich nicht voneinander trennen.
Wie sich der Alltag unserer Mitarbeitenden durch diese Entwicklung verändert hat, lesen Sie im Leitartikel unseres Jahresberichts. Als Vorstand stelle ich mir die Frage, wie wir mit dieser wachsenden Not umgehen und wie wir unsere Mitarbeitenden in dieser neuen Rolle unterstützen können. Seit Ende letzten Jahres haben wir den psychosozialen Krisendienst (PPKD) übernommen. Unsere Teams kommen bei den vielen Anfragen kaum hinterher.
Dennoch wird seitens der Politik genau diese Hilfe, die unsere Mitarbeitenden täglich leisten, immer häufiger in Frage gestellt. Finanzielle Grundlagen stehen auf der Kippe, wir müssen um jeden Cent ringen. Was oft vergessen wird: Wir leisten bereits Hilfen, die nicht gegenfinanziert sind. Viele Projekte und Einrichtungen würden ohne großzügige Spenden und Sammelaktionen gar nicht existieren. Dafür bedanken wir uns von Herzen. Nur durch diese Unterstützung können wir diejenigen auffangen, die unter den sozialen Kürzungen am meisten leiden.
Letztlich ist auch das Ausdruck unserer Mission "Not sehen und handeln”. Aber wir wissen auch, dass unsere Einrichtungen und Projekte nicht alle gesellschaftlichen Probleme auffangen können. Wenn immer mehr Menschen Unterstützung benötigen, ist das auch ein Auftrag an Politik und Gesellschaft, verlässliche Strukturen zu schaffen und den Zugang zu Hilfen zu sichern.
Wir tun dies, indem wir auch bestehende Einrichtungen kontinuierlich weiterentwickeln. Seit 50 Jahren sind das Kinderzentrum und das Spielhaus Orte, an denen Kinder in Linden Süd Gemeinschaft erleben, sich ausprobieren und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken können. Gemeinsam mit den beiden Leitungen Jasmin Taubensee und Frank Bonk sprechen wir über die nächsten 50 Jahre der Offenen-Tür-Einrichtungen. Im Artikel erfahren Sie, wie KI dazu beiträgt, dass Kinder vereinsamen und welche Herausforderungen junge Familien heute und in den kommenden Jahren beschäftigen.
2025 gelang unserer Kindertagesstätte St. Barbara der Schritt zum Familienzentrum. Damit entsteht ein weiterer Ort, an dem junge Familien Beratung und Begegnung niedrigschwellig miteinander verbinden können. Im Artikel lesen Sie, wie aus einer Kindertagesstätte ein Familienzentrum wird und warum diese Einrichtungen immer wichtiger werden.
Im vergangenen Jahr hat die Caritas Hannover unter anderem die Jugendwohnbegleitung vom Diözesancaritasverband Hildesheim übernommen. Die JWB unterstützt junge Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen kein Zuhause mehr haben. Wie das Team hilft und damit junge Erwachsene vor einer drohenden Wohnungslosigkeit bewahrt, lesen Sie im Beitrag.
Mit der Gesamtzertifizierung unserer Kindertagesstätten und Familienzentren durch die Stiftung Kinder Forschen haben wir zum Jahresende ein Zeichen für frühkindliche MINT-Bildung gesetzt. Wie sich unsere Kitas und Familienzentren dadurch verändert haben und wie es in den frischgebackenen "Forschungseinrichtungen" weitergeht, lesen Sie hier.
Ein Blick auf die Zahlenverrät uns, dass wir auch 2025 einen positiven Abschluss erzielt haben. Wir werfen aber auch einen Blick auf den Ausblick für 2026 und auf welche Veränderungen sich der Verband künftig einstellen muss.
Ich persönlich blicke vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Die letzten Jahre haben mir deutlich gezeigt, dass unser Verband Krisen meistern kann. Dafür möchte ich an dieser Stelle bei unseren Mitarbeitenden, unserer Dienstgemeinschaft bedanken. Bei Menschen, die hinschauen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Engagierte Mitarbeitende, die gerade in Zeiten wachsender Belastungen auf sich selbst und aufeinander vertrauen und auch mir immer wieder zeigen, dass Menschen Menschen brauchen.
In den verlinkten Beiträgen erfahren Sie, wie uns das im Alltag gelingt. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und freue mich auf Ihre Rückmeldungen zu unserem Jahresbericht 2025.
Ihr
Dr. Andreas Schubert
Vorstand
Caritasverband Hannover e. V.