Themen im Jahresbericht 2025:
Vorwort I Leitartikel I Jugendwohnbegleitung I 50. Jubiläum I Kinder forschen I St. Barbara I Spendenrückblick I Zahlenteil
Wachsen trotz öffentlicher Sparzwänge? Geschäftsjahr 2025
Der Caritasverband Hannover hat sich auch 2025 dieser Aufgabe gestellt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen blieb der Haushalt ausgeglichen, während das Geschäftsvolumen leicht zunahm. Der Verband hat neue Angebote aufgebaut und bestehende Hilfen weiterentwickelt. Damit setzt er sein Leitmotiv "Not sehen handeln" auch unter schwierigen Bedingungen um.
Geschäftsvolumen
Das Geschäftsvolumen entwickelte sich im Berichtsjahr in den verschiedenen Arbeitsbereichen insgesamt stabil. Während im Bereich der Migrationshilfe ein rückläufiger Verlauf zu verzeichnen war, zeigte sich die Wohnungslosenhilfe als ein Bereich mit positiven Entwicklungsperspektiven. Eine dynamische Entwicklung war insbesondere bei den gesetzlichen Pflichtleistungen, beispielsweise im Bereich der Kindertagesstätten, zu beobachten.
Die kirchlichen Eigen- und Fördermittel bewegten sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau und zeigten insgesamt kaum Veränderungen. Gleichzeitig verschärfte sich die Unterfinanzierung der sogenannten freiwilligen Leistungen zunehmend. Betroffen sind insbesondere Angebote der offenen Senior:innen- und Kinder- und Jugendarbeit sowie die soziale Sucht- und Schuldnerberatung und die Migrationshilfe. Die Sicherung und Weiterentwicklung dieser Leistungen stellen damit eine zunehmende Herausforderung dar.
Erträge
Die Erträge verliefen insgesamt positiv. Diese Entwicklung zeigte sich jedoch nicht bei den kirchlichen Mitteln, die keinen entsprechenden Zuwachs verzeichneten. Positiv entwickelten sich hingegen die Eigenmittel aus der Vermögensverwaltung und den wirtschaftlichen Regiebetrieben sowie das Spendenaufkommen.
Im Bereich der Kindertagesstätten konnte eine solide Ertragsentwicklung erzielt werden, die den gestiegenen Personal- und Sachkosten Rechnung trägt.
Auch in den ambulanten Erziehungshilfen führten steigende Bedarfe zu einer Zunahme der abrechenbaren Fälle und damit zu höheren Erträgen. Im Bereich der ambulanten Begleitung von Menschen in prekären Lebenssituationen erhöhte sich die Fallzahl gegenüber dem Vorjahr um 80 %, was sich entsprechend in den Entgelterträgen niederschlug. Die personelle Erweiterung der Clearingstelle und die Verstetigung ihrer Refinanzierung trugen ebenfalls zur Ertragsentwicklung bei.
Aufwendungen
Die Aufwendungen entwickelten sich im Berichtsjahr im Wesentlichen entsprechend der Ausweitung der Leistungsangebote sowie den allgemeinen Kostensteigerungen. Wesentlichen Einfluss hatten dabei die AVR-Tariferhöhung sowie die Inflation.
Weitere Aufwandssteigerungen ergaben sich aus dem Ausbau des Ambulant Betreuten Wohnens sowie der Übernahme der Angebote Jugendwohnbegleitung und Jugendfinanzcoaching. Zudem wurde mit dem neuen Familienzentrum St. Barbara das Leistungsangebot erweitert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Investitionen in die IT-Infrastruktur an den rund 50 Standorten, um die technischen Voraussetzungen für eine zeitgemäße und leistungsfähige Arbeit sicherzustellen.
Aufwandsmindernd wirkten sich hingegen Veränderungen im Bereich der Unterbringung von Geflüchteten aus. Nachdem bereits im Vorjahr 2024 Unterkünfte abgegeben worden waren, wurde im Berichtsjahr eine weitere Reduzierung der entsprechenden Aufwendungen durch die Abgabe des Wohnheims Alleehof umgesetzt. Darüber hinaus führte der Wegfall einzelner Hortgruppen und deren teilweise Umwandlung zu einem geringeren Personalbedarf in den betroffenen Bereichen. Die hiervon betroffenen Mitarbeitenden konnten ausnahmslos auf andere Arbeitsplätze umgesetzt werden, sodass keine personalbedingten Beendigungen erforderlich waren.